Artemis II: Die komplette Mission in Echtzeit-3D
6. April 2026
Erlebe die Artemis II-Mission vom 6. April 2026: Folge der echten Flugbahn des Raumschiffs von der Erde zum Mond und zurück, in einer 3D-Echtzeit-Rekonstruktion.
Es ist 1. April 2026.
Auf Startrampe 39B des Kennedy Space Center steht die SLS, die Mondrakete der NASA.
An ihrer Spitze die Orion-Kapsel, die die Crew auf den Namen Integrity getauft hat.
An Bord vier Astronauten: Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen.
Artemis II: Sie umrunden den Mond und kehren zurück, ohne zu landen.
Ein Testflug: Es gilt zu prüfen, ob Orion eine Crew fern der Erde am Leben hält.
Vier RS-25-Triebwerke und zwei Feststoffbooster reißen die 98 Meter hohe SLS vom Boden.
Fast 39 Meganewton Schub: mehr als die Saturn V von Apollo.
Die beiden Feststoffbooster liefern mehr als drei Viertel dieses Schubs.
Drei der vier RS-25 sind schon geflogen: Es sind Triebwerke des Space Shuttle.
Niemand steuert: Die Computer der Rakete fliegen sie, die Crew überwacht.
Nach 2 Minuten lösen sich die leeren Booster und fallen in den Atlantik.
Die Verkleidung des Servicemoduls wird abgeworfen, danach der Rettungsturm.
Dieser Turm hätte die Kapsel bei einem Unfall von der Rakete weggerissen.
Nach 8 Minuten schalten die RS-25 ab, und die leere Kernstufe trennt sich.
Diese Shuttle-Triebwerke fliegen nie wieder: Sie gehen mit der Kernstufe verloren.
Übrig bleibt die Oberstufe mit einem einzigen Triebwerk, und Orion an ihrer Spitze.
Orion entfaltet seine vier Solarflügel: 19 Meter Spannweite.
Orion besteht aus zwei Modulen: der Crewkapsel und dem Servicemodul.
Das europäische Servicemodul liefert Strom, Wasser, Sauerstoff und Antrieb.
Die Oberstufe zündet und hebt den tiefsten Punkt der Umlaufbahn an.
Der tiefste Punkt steigt auf 185 km, außerhalb der Atmosphäre.
Die Oberstufe zündet erneut: Die Umlaufbahn reicht nun bis über 70.000 km Höhe.
Eine einzige Runde auf dieser Bahn dauert fast einen Tag.
Kurz zuvor leuchtete an der Toilette eine Warnlampe auf. Houston hilft, sie zu beheben.
Orion trennt sich von der Oberstufe: Von nun an fliegt es allein.
Fast einen Tag lang prüft die Crew Orion auf dieser hohen Umlaufbahn.
„Filtert es unser CO₂? Können wir trinken? Auf die Toilette gehen?“, fasst Wiseman zusammen.
Solange Orion die Erde umkreist, kann die Crew noch schnell zurückkehren.
Transmondinjektion: Orions Triebwerk zündet für fast sechs Minuten.
Dieses Triebwerk ist schon geflogen: von 2000 bis 2002 an Bord der Raumfähre Atlantis.
Zum ersten Mal seit 1972 verlassen Menschen die Erdumlaufbahn.
Vier Tage Reise bis zum Mond, fast 400.000 Kilometer entfernt.
Kommandant Reid Wiseman, Testpilot der Navy, leitete einst das Astronautenkorps.
Pilot Victor Glover ist der erste schwarze Astronaut auf dem Weg zum Mond.
Christina Koch ist die erste Frau auf dem Weg zum Mond.
Die Ingenieurin hält den Rekord für den längsten Raumflug einer Frau: 328 Tage.
Der Kanadier Jeremy Hansen ist der erste Nicht-Amerikaner auf dem Weg zum Mond.
Der Kampfpilot absolviert hier seinen allerersten Raumflug.
Zum Leben 9 m³ für vier: etwas mehr als die 6 m³ von Apollo für drei.
Um ihre Muskeln zu erhalten, trainieren sie an einem Schwungradgerät.
Die Abwasserleitung verstopft: Die Crew greift auf Notfallbeutel zurück.
Orion testet auch eine Laserverbindung, um Videos und Daten zur Erde zu senden.
Orion wird die ganze Strecke langsamer: Die Erde hält es zurück, bis der Mond es anzieht.
Eine „freie Rückkehr“: Ohne Zündung schickt der Mond es zur Erde zurück.
Selbst wenn das Triebwerk ausfiele, käme die Crew nach Hause.
Orion fliegt gleich hinter den Mond, über die Seite, die wir von hier nie sehen.
In 400.171 km Entfernung brechen sie den Rekord von Apollo 13, der seit 1970 bestand.
Während des Vorbeiflugs macht die Crew mehr als 7.000 Fotos.
Zum ersten Mal sehen Menschen das ganze Orientale-Becken, 900 km breit.
Die Erde geht hinter dem Mond unter: 40 Minuten ohne Funkkontakt.
Allein hinter dem Mond, wie die Apollo-Crews vor ihnen.
Am nächsten Punkt fliegen sie 6.545 km über der Rückseite.
Sie sind fast 407.000 km von der Erde entfernt: So weit war noch nie ein Mensch.
Die Erde geht hinter dem Mond auf, und der Funk kehrt zurück.
Von Orion aus verdeckt der Mond die Sonne: eine Finsternis von fast einer Stunde.
Sie fotografieren die Sonnenkorona, die sonst unsichtbar ist.
Sie sehen auch sechs Lichtblitze: Meteoriten, die auf dem Mond einschlagen.
Die Crew schlägt vor, einen Krater Integrity zu nennen, wie ihre Kapsel.
Und einen anderen Carroll, nach Reid Wisemans verstorbener Frau.
Auf dem Heimweg, im freien Flug über rund 400.000 Kilometer zurück zur Erde.
Orion wirft sein Servicemodul ab und dreht das Crewmodul mit dem Hitzeschild voran für den Sturz zurück durch die Atmosphäre.
Eintrittsphase: Die Kapsel trifft mit fast 40.000 km/h auf die Atmosphäre, gehüllt in eine Plasmahülle, heißer als die Sonnenoberfläche.
Durch die Hitze und die Abbremsung entfalten sich elf Fallschirme nacheinander, um Orion für eine sanfte Wasserung abzubremsen.
Orion wassert im Pazifik vor Kalifornien und beschließt die erste bemannte Mondmission der Artemis-Ära.